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DAS LUSTSCHLOSS STERN

DAS LUSTSCHLOSS STERN
STAR SUMMER PALACE
Obora Hvězda, Praha 6 - Liboc, PRAHA

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Das Lustschloss Stern im gleich benannten Wildpark muss man vielleicht nicht mal vorstellen. Ein beliebtes Ziel der Spaziergänger, im Sommer das Paradies der Läufer, im Winter der Langläufer und ein Ort, das mit der Schlacht am Weißen Berg verbunden ist. Das Lusthaus versteckt aber hinter der einfachen Außenfassade viele Geheimnisse.

Das Bauwerk ließ Ferdinand Tyrolský, der Sohn von Ferdinand I. und Anna Jagelonská, in Jahren 1555-1556 aufbauen. Er war ein sehr gebildeter Mann, der sich mit der Kunst und Architektur beschäftigte. Er wurde durch neuplatonische Ideen und Hermetismus beeinflusst, das die Prinzipien von Harmonie, Proporzen, Symmetrie und Zahlsymbolik predigt. Vielleicht wurde er auch durch das Beispiel seines Vaters beeinflusst, der für seine Weib Anna Jagelonská ein Lustschloss der Königin Anna aufbauen ließ und einen Königswildpark errichtete. Das Bauwerk nach eigenem Entwurf ließ Ferdinand erst danach aufbauen, nachdem er sich in die nicht adlige Filipina Welser verleibt hatte. Bald heiratete er sie heimlich, obwohl er sich dadurch eigene Nachfolgerschaft und auch seiner Kinder unmöglich machte. Der verliebte Erzfürst legte den Grundstein mit eigener Hand und er eilte sich mit dem Aufbau so, dass bei der Grundaushebung auch die Hofmänner pflichtgemäß helfen mussten. Und sie hatten es gar nicht einfach, weil das ganze Untergeschoss in den Felsen ausmeißelt wurde.

Das Gebäude ist auf dem Grundriss eines sechszackigen Davidsternes (Stern des Königs Salomo) mit einem Durchmesser von 40 Metern gebaut. Der sechszackige Stern (ein Hexagramm), der durch Verbindung von zwei gleichseitigen Dreiecken entsteht, symbolisierte zudem Verknüpfung von zwei gegensätzlichen Kräften in die gegenseitige Harmonie, er belichtete und lieferte die Lebensenergie. Noch heute kann man in der Mitte des Lustschlosses eine seltsame Energie fühlen, auf die Wünschelrute und Pendel reagieren. Durch Erscheinung des Sternes – des Kometen wurde auch die Geburt von Christi vorhergesagt. Der Grundstein wurde im Jahre 1555 gelegt, wann 311. Lustrum nach der Geburt von Christi anfing, d.h. ein fünfjähriger Zeitraum (311x5), nach dem man im alten Rom die Reinigungsopfer ausübte. 311 anerkannte auch zum ersten Mal der Römer Keiser Galerius die Religionsfreiheit für alle Christen.

Vier Ebenen des Gebäudes entsprechen den vier Elementen: das Untergeschoss der Erde, das reich verzierte Erdgeschoss dem Wasser, das erste Geschoss der Luft, das zweite Geschoss mit einem großen Saal und mit einer Pyramidenoberdecke dem Feuer. Das Erdgeschoss hat einen zwölfeckigen Zentralsaal, der sich in sechs Flure öffnet. Diese trennen die Rhombusgemächer in Sternzacken einander.

Die Saalgewölben am Erdgeschoss und die Gemächer sind mit feinen weißen Stuckwerken geschmückt. Die Inspiration zu ornamentalen und auch zu den figuralen Motiven gab die Römer Antik, aber auch italienische Hochrenaissance, und sie sind Werke von italienischen Künstlern. Im Zentralfeld befindet sich der Urvorfahr des römischen Herrschergeschlechtes Aeneas, was einer gezielten Anknüpfung des Habsburgergeschlechtes auf die Tradition der römischen Kaiser entspricht (auch Ferdinand Tyrolský war Sohn eines Römerkaisers).

Auf den sechs Feldern ringsherum erscheinen die Geschichten aus antiker Mythologie und aus der Römergeschichte, die einen Tugendspiegel (der Mut, das Opfer, die Sohnes Liebe usw.) bilden. Die Oberdecken von Räumen in Strahlen und in Salonen zwischen ihnen wurden den antiken Hauptgöttern geheiligt, die die traditionellen Planeten (und zugleich auch essentiale Alchimieelemente) symbolisieren – der Mars (Eisen), die Venus (Kupfer), der Merkur (Quecksilber), der Saturn (Blei), die Sonne (Gold) und der Mond (Silber). Den Saal im ersten Geschoss benutzt man für die Ausstellungen so wie ein Festsaal im zweiten Geschoss dient heute zur Vorbereitung der Gesellschaftsaktionen und er ist der Öffentlichkeit unzugänglich. Auch das ursprüngliche Dach entsprach den Bauproportionen, weil es mehr spitzig war (die heutige Form entstand am Ende der 18. Jahrhundert im Zusammenhang des Umbaues in eine Pulverfabrik) und sein Höhe war identisch mit der Länge der Dreieckseite aus dem Grundriss.

Nach den anderen historischen Ereignissen scheint es, dass das Lustschloss mit einem magischen Grundriss, geschmückt mit esoterischen Symbolen, außer bedeutenden Persönlichkeiten auch Armeen zu sich anzog. Schon im Jahre 1558 veranstaltete man im Lustschloss ein Festmahl zu einer Krönungsfeier Ferdinand des I. für den römischen Kaiser. Danach folgten noch einige bedeutende Feiern und 1619 besuchte den Stern auch Friedrich V. (Pfalz), der sich dort noch mehrmals aufhielt, bis zu seiner Flucht von Prag. Seit der Schlacht am Weißen Berg kommt wohl einen langen Zeitraum in dem Der Stern häufig besonders von verschiedenen Heeren besucht wurde. Es wechselten hier die Schweden, fränkisch-bayrische Armee, Preußen und schließlich diente das Schlösschen bis 1874 als militärische Pulverfabrik. Diese Militärära verursachte, dass die Stuckdekoration nur in oberen Partien blieb. Auf eine größere Rekonstruktion wartete Der Stern bis 1918, wann er unter die Verwaltung des Prager Burgs kam und jetzt neu wurde er im Jahre 2000 rekonstruiert und für die Öffentlichkeit geöffnet.

Geöffnet ist jeder Tag außer Montag, in der Saison von 10-18 Uhr und außer der Saison nur bis 17 Uhr.

Im Wildgarten überwiegen Buchen, Eichen, Tannen und Weißbuchen. Der größere Teil des Wildgartens ist flach, nur ein kleiner Teil im Westen liegt im scharfen Hang. Hier fließen die Wasserquellen zusammen, die bei dem Lustschloss quellen. Im Tal des Baches unter dem Lustschloss (westlich von dem Stern) befindet sich die längste von 10 Fassungsstollen der Burgwasserleitung, die über 300 Meter lang ist. Über den Stolleneingang ist ein Rundturm, genannt Světluška, gebaut. Im unteren Teil des Wildgartens befinden sich ein Sumpf, eine Wiese und ein im Jahre 2005 neu gebauter Zierteich.

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