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ALTSTÄDTER RATHAUS

ALTSTÄDTER RATHAUS
Old Town City Hall
Staroměstské náměstí 1/3, Praha 1 - Staré Město, PRAHA
20 Kč - 500 Kč

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Aus der Geschichte


Die Geschichte des Altstädter Rathauses begann mit dem Jahr 1338, als der König Johann von Luxemburg der Prager Altstadt ein Privilegium zur Schaffung eines eigenen Verwaltungszentrums erteilte. Das Rathaus entstand aus dem gotischen Haus des reichen Kaufmanns Wolflin, an das im Jahre 1364 ein mächtiger Turm angebaut wurde. Das Altstädter Rathaus ist mit den bedeutendsten Ereignissen im Land verbunden. Im Jahre 1458 wurde hier Georg von Poděbrad zum böhmischen König gewählt. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurden hier die Führer des Aufstands gefangengesetzt, von denen siebenundzwanzig am 21. Juni 1621 vor dem Rathaus hingerichtet wurden. Im Jahre 1784, als die vier Prager Städte vereinigt wurden, kam die Verwaltung der vereinigten Stadt in dieses Rathaus. Dabei wurde das Rathaus umgebaut. Seit 1871 finden auf dem Rathaus Hochzeiten statt. Zum Ende des II. Weltkriegs war das Rathaus Zentrum des Aufstands, in seinen Kellern wirkte der Tschechische Nationalrat. Am 7. Mai 1945 wurde das Rathaus aus Panzern beschossen. Bei dem anschließenden Brand wurde der Ost- und Nordflügel gegenüber der Teynkirche gänzlich zerstört, schwer beschädigt wurden ebenfalls der Turm mit der Aposteluhr und der Kapelle.

Wertvollster Raum des Rathauses ist der sogenannte Ratssaal aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, in dem alle wichtigen Verhandlungen stattfanden. Erhalten ist die Balkendecke mit einer reichen Renaissancemalerei auf den Kassetten aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts mit vergoldeten Ketten. Die spätgotische geschnitzte Konsole mit einem Engel, der das Spruchband Juste Iudicate Filii Hominis (Söhne des Menschen, richtet gerecht) trägt, wird von einer hochgotischen Plastik des leidenden Christus aus dem Jahre 1410 ergänzt. Ursprünglich sind ebenfalls die Stadtwappen über den Portalen und 46 Zechen- und 12 Stadtwappen auf der Holzverkleidung der Wände. Das Interieur wird von einem barocken Kachelofen vervollständigt.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Säle im 2. Stock, der sogenannte Georgssaal und der Brožík-Saal. Der Georgssaal trägt seinen Namen nach der Büste Georgs von Poděbrad. An den Wänden befinden sich wertvolle Malereien aus dem 15. Jahrhundert. Wir finden hier ebenfalls ein Gemälde „Blick vom Laurenziberg“ von Karel Liebscher aus dem Jahre 1902. Der Brožíksaal entstand in dieser Form im Jahre 1910 und dient als Sitzungsraum. Er nimmt den gesamten Grundriß des Hauses und zwei Stockwerke ein und trägt den Namen von Václav Brožík, dem Autor von zwei hier ausgestellten großflächigen Ölgemälden.

 

 

Chronologie


* 1338 – Gründung des Altstädter Rathauses durch ein Privilegium von Johann Luxemburg
* 1364 – Fertigstellung des Rathausturms
* 1381 – Weihe der Kapelle im 1. Stock des Turms
* 1410 – Inbetriebnahme der Altstädter Aposteluhr
* 2. März 1458 – Wahl Georgs von Poděbrad zum böhmischen König
* 1458 – Die Ratsherren kaufen das Haus des Pelzmachers Mikš.
* 21. Juni 1621 – Vor dem Rathaus werden nach der Schlacht am Weißen Berg 27 tschechische Standesherren hingerichtet.
* 1784 – Durch Verfügung von Joseph II. werden die vier Prager Städte vereinigt (Altstadt, Neustadt, Kleinseite, Hradschin). Das Altstädter Rathaus wird zum Sitz der Verwaltung der vereinigten Stadt Prag.
* 1848 – Der neugotische Ostflügel wird angebaut.
* 1945 – Das Rathaus brennt im Prager Aufstand gegen die deutsche Okkupation. Der Ostflügel wird zerstört.

 

 

Bemerkenswert


Kanalisation
Als im Jahre 1784 die Prager Städte Altstadt, Neustadt, Kleinseite und Hradschin vereinigt wurden, entstand auch erstmalig der Gedanke eines Kanalisationssystems unter den Prager Straßen. Im Jahre 1893 projektierte der englische Ingenieur Sir William Heerlein Lindley, der Erbauer moderner europäischer Kanalisations- und Wasseranlagen, das Prager Kanalisationssystem unter Ausnutzung der Erfahrungen aus modernen Kanalisationsbauten in ganz Europa. Das Projekt umfaßte nicht nur viele Kilometer von Abwasserkanälen, die in ihrer Mehrheit bis heute funktionieren, sondern auch den Bau einer Kläranlage in Bubeneč, die am 27. Juni 1906 in Betrieb genommen wurde. Für 20 Millionen wurden vier Hauptkanäle mit Nebenkanälen mit einer Länge von 300 km angelegt. Der wichtigste Punkt des gesamten Systems ist der Düker unter dem Altstädter Rathaus, wo sich drei große Hauptsammler treffen und über einen Tunnel unter der Moldau und dem Sommerberg in die Kläranlage von Bubeneč geführt werden. Die Kläranlage arbeitete ununterbrochen bis zu ihrer Modernisierung im Jahre 1967. In der Gegenwart steht sie unter Denkmalschutz und ist Sitz des Ökotechnischen Museums.

 

 

Wie kommen sie mit dem städtischen nahverkehr zu uns?


Mit der U-Bahn B in die Station Staroměstská oder Můstek.

 

 

Öffnungszeiten


Januar - Dezember:
Säle: Mo 11 - 18, Di - So 9 - 18
Turm: Mo 11 - 22, Di - So 9 – 22
Kanalisation: Mo-So 10-20

Barrierefreier Zugang
Barrierefreier Zugang in den Turm: barrierefreier Aufzug aus dem Erdgeschoß in den 3.Stock – an diesen schließt ein eigener Aufzug in den Turm des Rathauses an. Zwischen beiden Aufzügen befindet sich eine rollende Plattform.
 

Ausstellung

 

Eintritt 

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